„Best Ager“ sind begehrt und halten sich um 10 Jahre jünger. Sie sind nur über subtiles Marketing und Qualität mit Tiefgang zu erreichen. Österreich verfügt dafür über beste Potenziale. Eine Chance, sich im Detail damit zu beschäftigen.

 Die Statistiken der Demografen zeigen ein deutliches Bild: Von 2010 bis 2020 – und die Jahre verfliegen schneller, als wir glauben –  erwartet die Statistik Austria einen Anstieg der Bevölkerung über 50 Jahre von +16%! Die „BestAger“ sind jedoch schon heute eine wichtige Zielgruppe im österreichischen Tourismus. Eine längere durchschnittliche Aufenthaltsdauer, ein überdurchschnittlich hohes frei verfügbares Einkommen, eine geringere Konzentration auf die Haupt-Saisonen sowie eine überdurchschnittlich hohe Reise-Intensität machen diese Gäste bereits heute zur begehrten Zielgruppe.

Subtiles Marketing notwendig

Eines ist dabei klar: „Senioren“ wollen alles, nur nicht als „Senioren“ angesprochen werden – Im Schnitt fühlen sich Gäste in diesem Segment um 10 Jahre jünger, als es ihrem tatsächlichen biologischen Alter entspricht! „Ich mag keine Seniorenteller“ ist der treffende Titel eines Buches zu diesem Thema.

Zahlreiche Anbieter haben das Marktpotenzial in diesem Segment bereits erkannt – oft jedoch mit durchwachsenem Erfolg. Die Schwierigkeit liegt dabei einerseits darin, dass die marketing-strategische Ansprache der Zielgruppe sehr subtil erfolgen muss (Marken-Botschaften wie z. B. „sicher aufgehoben sein“, „persönliche Betreuung“ sind dabei besonders wichtig). Noch wichtiger ist jedoch, die Heterogenität der Zielgruppe zu erkennen und diese in der Vermarktung, aber auch in der Produktgestaltung zu berücksichtigen. „Die Senioren“ gibt es nicht, da sie sich in Punkto Alter, Gesundheitszustand, Bildung, Einkommen, Reise-Erfahrung und sozialer Einbettung stark unterscheiden!

Besondere Anforderungen an Gastgeber

Was sind die wesentlichen Anforderungen von „Best-Angern“ an Gastgeber?

  • Kompetente Betreuung von der Buchung bis zur Rückkehr
  • Weitgehend barrierefreies Angebot
  • Gute Beleuchtung, Übersichtlichkeit und Sicherheit
  • Ganzheitliches Denken mit besonderer Detailtiefe
  • Gute öffentliche Verkehrsanbindung
  • Persönliche, individuelle Zuwendung
  • Umfassendes und maßgeschneidertes Rahmenprogramm
  • Kein Einzelzimmerzuschlag
  • Regionalität und Authentizität
  • Gesunde Kulinarik

Urlaubsformen der „Best Ager“

Die deutsche Reise-Analyse der Jahre 1970 bis 2009 zeigt, dass die Reise-Intensität zuletzt speziell im 50 Plus-Segment deutlich gestiegen ist. Dieser Trend wird voraussichtlich auch in Zukunft anhalten. Interessantes Detail dabei ist,  dass diese Alterskategorie ihr Reiseverhalten tendenziell beibehält – die „50 Minus“ Gäste von heute sind also die „50 Plus“ Gäste von morgen! Folgende Urlaubsformen sind im Segment der „Best Ager“ besonders zukunftsträchtig:

  • Gesundheitstourismus (Vom Wellness- bis zum Klinikhotel)
  • Hybride Hotelformen (Betreutes Wohnen, Longstay-Hotels)
  • Geführte Gruppenreisen (Auslands-, Studien-, Erlebnisreisen)
  • Angebote für Einzelreisende (Achtung –eine besonders heterogene Zielgruppe!)
  • Urlaub für die „neue“ Familie (Mehrgenerationen, Patchwork)

Dabei ist jedoch zu beachten, dass diese Urlaubsformen hohe Ansprüche an die Produktentwicklung und die Betreiber stellen – Stimmige Angebote mit Qualität und Tiefgang und stimmiger Inszenierung sind gefragt!

Gutes Potenzial für Österreich

Österreich verfügt über hervorragende Potenziale, in diesem Markt-Segment auch in Zukunft erfolgreich zu sein. Die geografische Nähe zu den wichtigen Zielmärkten, der hohe Bekanntheitsgrad der Destination, die intakte Natur, das kulturelle Angebot, die gute infrastrukturelle Erschließung sowie die Sicherheit sind dabei wichtige Wettbewerbsvorteile. Vor allem folgende Reise-Themen haben ein besonderes Zukunfts-Potenzial:

  • Gesundheit & Wellness
  • Radfahren & E-Biking
  • Genuss & Kulinarik
  • Golf
  • Kultur
  • Natur & Wandern

Fazit

Das sind die wesentlichsten Herausforderungen für den österreichischen Tourismus aufgrund des demografischen Wandels:

  • Mehr Qualität auf allen Ebenen ist gefragt! – Nur Betriebe mit zeitgemäßem Angebot können die kritischen, reise-erfahrenen „Best Ager“ von morgen noch wirklich begeistern.
  • Mehr Vernetzung und Kooperation zwischen den touristischen Leistungsträgern.
  • Die Steigerung der Arbeitsplatz-Attraktivität im Tourismus – auch unsere Mitarbeiter werden nicht jünger.
  • Klare Profilierung der Betriebe und Regionen.
  • Inszenierung der Natur.
  • Themenbezogene Produktentwicklung mit Tiefgang.

Es lohnt sich also für innovative Betriebe, sich mit der Zukunft und dem demografischen Wandel zu beschäftigen – Um dann daraus klar abzuleiten, wer deren „Lieblingsgäste“ bei den „Best Agern“ sind und welche Anforderungen diese haben.Jene, die Qualität im Detail – und speziell in der Dienstleistung – bieten, haben große Chancen, vom demografischen Wandel zu profitieren!

Nähere Informationen:

Best Ager Dr. Martin Domenig Kohl & Partner Tourismusberatung Gastgeber
Dr. Martin Domenig von der Kohl & Partner Tourismusberatung über die Chancen vom Tourismusmarketing für Best Ager

 

Dr. Martin Domenig

Kohl & Partner Tourismusberatung GesmbH
Bahnhofstrasse 8, A-9500 Villach

Tel. 0043 (0)4242 21123

Mail: martin.domenig@kohl.at
Web: www.kohl.at

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