Laut Trendscope-Studie ‚Radreisen der Deutschen 2010’ ist der Radtourismus nach wie vor eines der bedeutendsten touristischen Segmente in Deutschland. Doch „den Radurlauber“ an sich gibt es nicht. Vielmehr handelt es sich dabei um eine vielfältige Gruppe mit ganz unterschiedlichen Verhaltensweisen und Erwartungen. Oder in der Marketingsprache: um eine ausdifferenzierte Zielgruppe in einem heterogenen Markt. Die aktuelle Studie „Radreisen der Deutschen 2010“ des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Trendscope liefert dazu detaillierte Informationen und einen einzigartigen Marktüberblick. Die Studie unterscheidet zum Beispiel drei verschiedene Typen von Radurlaubern: „Radwanderer“, „Regio-Radler“ und „Urlaubs-Radler“.

1. Radwanderer Bei Radwanderern handelt es sich um Radtouristen, die ihren Radurlaub nicht an einem Ort verbringen, sondern von einem Start- zu einem Zielort fahren.

2. Regio-Radler Regio-Radler hingegen suchen sich eine feste Unterkunft und unternehmen von dort aus Tagestouren. Beide sind hauptsächlich wegen des Radfahrens unterwegs.

3. Urlaubs-Radler Der Urlaubs-Radler als dritter Typ radelt zwar gerne, ist aber nicht hauptsächlich wegen des Radfahrens unterwegs – für ihn ist es eine von mehreren Urlaubsaktivitäten.

Altersdurchschnitt der Radler

Sport Radfahren Radler 50plus Typologie 50plus Hotels

Radurlaube sind ein Top-Thema bei den 50plus Hotels

Bei näherer Betrachtung entpuppen sich diese unterschiedlichen Urlaubergruppen als durchaus heterogen: Der Radwanderer ist etwas über 48 Jahre alt und damit im Schnitt jünger als der Urlaubs-Radler (51,4 Jahre) und der Regio-Radler (53,5 Jahre). 23 Prozent der Regio-Radler sind sogar älter als 65 Jahre.

Informationsbeschaffung für Radreisen

Radurlauber insgesamt nutzen zur Urlaubsplanung am häufigsten Karten (59%) und das Internet (57%), Radreiseführer folgen mit 45 Prozent an dritter Stelle. Auch hier gibt es – wenn auch nur leichte – Unterschiede zwischen den verschiedenen Radurlauber-Typen. Für die Regio-Radler haben Karten als Informationsmedium die größte Bedeutung, bei den Radwanderern und den Urlaubs-Radlern liegt hier das Internet vorne.

Bevorzugte Unterkunft

Regio-Radler bevorzugen Ferienwohnungen, Radwanderer eher Pensionen. Der Campingplatz ist für die Radurlauber in Deutschland insgesamt die meist genutzte Art der Unterkunft (23%), gefolgt von Hotels (22 %) und Pensionen (20%). Doch auch hier zeigen sich Unterschiede: Die meisten Regio-Radler (21%) übernachten in Ferienwohnungen. Sie legen bei der Wahl ihrer Unterkunft vor allem Wert auf einen abschließbaren Raum für die Fahrräder. Unter den Radwanderern liegen Pensionen mit 23 Prozent als häufigste Übernachtungsform vorne. Für diese Gruppe ist besonders die Möglichkeit, die Unterkunft nur für eine Nacht buchen zu können relevant. Etwa die Hälfte der deutschen Radurlauber bucht ihre Unterkunft im Schnitt bereits im Voraus, davon knapp drei Viertel direkt bei der Unterkunft. Bei den Regio-Radlern ist die Vorab-Buchung mit 61 Prozent im Vergleich deutlich verbreiteter.

Typologie der Radurlauber

Im Rahmen der Marktstudie “Radreisen der Deutschen” wurden unterschiedliche Radurlaubertypen identifiziert und in einer Typologie systematisiert. Diese Typologie ermöglicht die Identifikation von Radtourismus-Zielgruppen und damit eine zielgenaue Kundenansprache und Angebotsoptimierung. Der Sportliche ist gerne gemeinsam unterwegs, um Sport zu treiben und Spaß zu haben (17,9%), fährt aus gesundheitlichen Gründen Fahrrad, hat das größte Interesse an Radevents, achtet am wenigsten auf das Geld, hat den geringsten Informations- und Beratungsbedarf.  Der Interessierte Möchte sich mit Natur, Kultur sowie Land und Leuten vom Alltag erholen (28,2%), legt Wert auf Ruhe und Erholung, hat großes Interesse an kulturellen Sehenswürdigkeiten, hat die größte Naturverbundenheit, radelt wegen der Umwelt, legt Wert auf Flexibilität, hat die geringste Erfahrung mit Radurlauben. Der Anspruchsvolle Hat den größten Beratungsbedarf und stellt die höchsten Ansprüche (37,0%), hat den größten Informations- und Beratungsbedarf, stellt die höchsten Ansprüche an Infrastruktur und Komfort, fährt am seltensten aus sportlichen oder gesundheitlichen Gründen, weist den geringsten Bedarf an Ruhe und Erholung auf, verspürt die geringste Abenteuerlust. Der Erfahrene Ist häufig alleine unterwegs, stellt geringe Ansprüche und gibt am wenigsten Geld aus (16,9%), hat den geringsten Informationsbedarf, wird am häufigsten um Rat bzgl. Radurlaube gefragt, macht Radurlaub aus Gründen der Sparsamkeit, stellt die geringsten Ansprüche an Komfort und Infrastruktur

 Fazit

 „Unsere aktuelle Studie zeigt einmal mehr die starke Ausdifferenzierung des Radtourismus in Deutschland und den hohen Stellenwert dieses Segments als einer der wichtigsten touristischen Wachstumsmärkte hierzulande“, kommentiert Oliver Brimmers, Studienleiter bei Trendscope. Von Mai bis September 2010 befragte Trendscope für diese reprä-sentative Marktstudie knapp 2.200 Radurlauber an deutschlandweit über 30 Befragungsstandorten. Weitere Informationen zur Studie: http://www.trendscope.com

Advertisements